Kati Gausmann

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Kati Gausmann, aha, Hasestraße 2015, Foto: Michael Köser

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In tagelanger Performance wird Kati Gausmann den geografischen Verlauf des Osnabrück querenden Flusses Hase zeichnerisch auf die gleichnamige Einkaufsstraße übertragen. Nach maßstabsgetreuen Berechnungen ist zuvor eine fiktive Karte entstanden, die Grundlage der künstlerischen gleichwohl verfremdenden Intervention ist. Mit farbiger Kreide auf Asphalt gezogene Linien fügen den Weg des Wassers ephemer und passgenau in das Straßenbett ein und erinnern so an die historische Gründung Osnabrücks an den Ufern der Hase. Parallel entstehen Frottagen und Fotos, die Realität und Fiktion miteinander verknüpfen. Natürlicher und bebauter Raum durchdringen sich.

Biografie: Die Bildhauerin Kati Gausmann arbeitet prozessorientiert und fragt nach dem Zusammenhang von Körper und Identität, nach Bewegung, Rhythmus und Handlung als formgebenden Prinzipien. In den letzten Jahren richtet sich ihr Forschungsinteresse verstärkt auf geologische Ereignisse und ihre lokalen Ausprägungen, deren fast unmerkliche Spuren sie vor Ort temporär doch zeitaufwendig in fragilen Linien und Konturen festhält.

Die gebürtige Osnabrückerin lebt in Berlin, war 2004 Meisterschülerin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (Bildhauerei / Mode Design) und Mitbegründerin des Kollektiv msk7. Kati Gausmann realisierte Projekte in Deutschland, Norwegen, Island, Polen und Korea. Als einzige deutsche Künstlerin ist sie aktuell an dem fünfjährigen Austauschprogramm „frontiers in retreat“ beteiligt.